Yoni-Massage: Erforschung der weiblichen Sexualität

Text von Dagmar Thiemann

Ayurveda-Massage, Aromaöl-Massage, Hawaii-Massage – darunter kann sich jeder etwas vorstellen, aber jetzt macht die „Yoni-Massage“ neugierig: Eine konsequent ganzheitliche Massagemethode für Frauen, bei der nicht nur der ganze Körper, sondern auch der Intimbereich achtsam massiert wird. Die tantrisch inspirierte Yoni-Massage hilft Frauen ihre eigene Sexualität intensiver kennen zu lernen, ihre Wünsche besser zu kommunizieren und kann dadurch das Liebesleben von Paaren enorm bereichern.

Yoni ist der Sanskrit-Begriff für den weiblichen Genitalbereich. Yoni-Massagen werden, wie alle Tantramassagen, in Deutschland erst seit wenigen Jahren für Frauen angeboten: Wer sich das intensive Erlebnis einer solchen – oft sehr lustvollen und manchmal auch sehr spirituellen – Session gönnen möchte, ist in seriösen Tantramassage-Instituten oder bei einer darauf spezialisierten Masseurin gut aufgehoben. Yoni-Massagen werden meist von Frau zu Frau angeboten. Sich eine professionelle Intimmassage zu gönnen, hat einen großen Vorteil: Die empfangende Frau kann sich völlig auf sich selbst konzentrieren, muss nichts zurück geben und ist frei von Beziehungsaspekten.

Michaela Riedl, Inhaberin des Kölner Tantramassage-Institutes AnandaWave® (www.ananda-wave.de), leistet seit Ende der Neunziger Jahre Pionierarbeit für die Yoni-Massage und bietet Massageseminare an. Sie veröffentlichte gerade das erste Buch zum Thema: „Obwohl wir alles über Sex zu wissen glauben, bekommen Frauen ihren Orgasmus immer noch leichter mit dem Vibrator als mit dem Partner. Viele Frauen haben durch die kulturell bedingte männliche Prägung unserer sexuellen Vorstellungen einen erschwerten Zugang zu ihrem eigenen sexuellen Stil. Weibliche Sexualität hat aber ein anderes Tempo, eine andere Energie als männliche. Viele Frauen ziehen sich deshalb frustriert zurück oder stürzen sich in sexuellen Aktionismus – um dabei letztendlich auch nicht zu finden, was sie suchen: eine tiefe Befriedigung auf körperlicher, emotionaler, energetischer und spiritueller Ebene. Die Yoni-Massage bringt die Frau wieder in Kontakt mit diesen Ebenen und vor allem mit sich selbst. Das bereichert auch die Partnerschaft: Denn wenn sie ihre Bedürfnisse kennt, kann sie ihrem Partner mitteilen.“

Intim-Massage als Türöffner zur Sexualität der Frau

Die Yoni-Massage wurde in ihrer grundsätzlichen Struktur 1993 von der amerikanischen Tantrikerin und Autorin Annie Sprinkle und dem Sexualforscher Joseph Kramer definiert und in Deutschland vor allem von Michaela Riedl weiter entwickelt. Eingebettet in eine achtsame Ganzkörpermassage von 2 bis 3 Stunden ermöglicht die Genitalmassage über einen Zeitraum von einer halben oder ganzen Stunde der Frau, ihren Intimbereich wahrzunehmen, in sich hinein zu spüren und zu kommunizieren was ihr gut tut und was nicht. In der Yoni-Massage liegt ein großes orgiastisches aber auch körper- und sexualtherapeutisches Potenzial, was gerade erst entdeckt wird.

 

Quelle: www.wirtschaftsblick.de/dienstleistungs-news/