AOK Alternative Therapien: Tantra-Massage

Was versteht man darunter?
Tantra ist ein Wort aus der alten indischen Hochsprache Sanskrit und bedeutet
„verweben“ oder „ausdehnen“. Die Ursprünge der fernöstlichen Tantra-Lehre reichen
mehrere tausend Jahre zurück, und sie entstand als eine Gegenbewegung zum
asketischen Yoga und zum Buddhismus. Tantra versteht sich als ein geistiger
Erfahrungsweg, der Erotik und sexuelle Energie bewusst mit einbezieht. Eine Heilmethode
im eigentlichen Sinne ist das Tantra nicht. Das gilt auch für die Tantra-Massage, mit der
weniger körperliche Verspannungen gelöst werden sollen, sondern es geht vielmehr um
eine „Erweiterung“ der Sinneswelt. Sexualität spielt in Tantra-Seminaren eine wichtige Rolle,
so werden unter anderem auch die Massagen teilweise unbekleidet durchgeführt, was
sowohl für den Behandelten als auch für den Masseur gilt.

Die Tantra-Lehre geht davon aus, dass in jeder Frau ein göttlicher Wesenskern steckt, der
„Shakti“ genannt wird. In jedem Mann ist ein Teil des Gottes „Shiva“ vorhanden. Beide
„wohnen“ diesen Vorstellungen gemäß in den Körpern wie in einem Tempel. Die Begegnung
von Mann und Frau bedeutet im Tantra daher immer auch die Begegnung zweier Gottheiten.
Nicht alle Angebote, die eine Tantra-Massage offerieren, sind seriös. Immer öfter verbergen
sich dahinter rein sexuelle Interessen, ohne religiösen oder philosophischen Hintergrund.

Was will die Methode erreichen?
Die Tantra-Lehre möchte eine neue Beziehung zum eigenen Körper und der ihm innewohnenden
Sinnlichkeit aufbauen. Ein erster Schritt besteht darin, seinen eigenen Körper mit allen Fehlern
anzunehmen und zu akzeptieren. Im Tantra gilt der Körper als der „Tempel der Seele“. Ziel ist es
daher Körper und Seele in eine neue Harmonie zu bringen. Neben Körpererfahrungen wie der
Tantra-Massage, die vielfach erotische Elemente beinhaltet, werden in Tantra-Seminaren
Atemtechniken geübt. Darüber hinaus gibt es Yoga-ähnliche Körperübungen, Tänze und Trance.
Gespräche – entweder allein mit einem Tantra-Lehrer oder in einer Seminar-Gruppe gehören
ebenfalls zum Programm.

Zu Heilzwecken im medizinischen Sinne ist die Tantra-Lehre nicht geeignet. Tantra wird von vielen
Anhängern eher als Methode zur Selbstfindung und zur „sexuellen Befreiung“ angesehen.

Rezepte zum Selbermachen
Um die Tantra-Massage zu erlernen, können spezielle Seminare besucht werden. Die Massage wird
in der Regel paarweise angewandt.


Quelle:
www.aok.de